OOELL - Oberösterreichischer Landesverband Legasthenie/Dyskalkulie
 

Diagnostik bei Legasthenie und Dyskalkulie


Pädagogische Diagnose


  • Ziele: Diagnose, Förderplanung
  • Ausführliche Anamnese
  • Aufmerksamkeits- und Sinneswahrnehmungstest (z.B.: AFS-Test)
  • Standardisierte Testverfahren zum Lesen, Schreiben und Rechnen
  • Fehleranalyse von Schriftproben (z.B.: Oldenburger Fehleranalyse)


Klinisch-Psychologische Diagnose


  • Ziel: Diagnose
  • Ausführliche Anamnese
  • Intelligenztest
  • Standardisierte Testverfahren zur Aufmerksamkeit, Lesen, Schreiben und Rechnen (z.B.: Salzburger Lese- und Rechtschreibtest)
  • Einschätzung der Lehrer*innen



Die Entscheidung für die Art der Diagnostik ist nicht immer einfach und abhängig von der Zielsetzung der betroffenen Personen und kann daher am besten in einem persönlichen Gespräch besprochen und entschieden werden. 


Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Diagnostik?
Eine gesicherte Diagnose auf pädagogischer oder medizinischer Ebene ist grundsätzlich ab dem Ende der zweiten Klasse Volksschule möglich. Beim Erlernen der Schriftsprache und der Rechenfertigkeiten machen alle Kinder noch Fehler, deshalb ist die Diagnose zuvor noch schwierig. 
Jedoch können bereits Anzeichen im Vorschulalter und in der ersten Klasse Volksschule beobachtet werden. Daher ist es empfehlenswert sich bei einem Verdacht frühzeitig zu informieren. Auch wenn noch keine sichere Diagnose gestellt werden kann, kann das Kind trotzdem bei Anfangsschwierigkeiten unterstützt werden. Frühe Anzeichen betreffen vor allem die phonologische Bewusstheit (Umgang mit Silben, Reimen, Lauten), diese ist eine wichtige Grundvoraussetzung für einen gelungenen Schriftspracherwerb. 


Legasthenie und/oder Dyskalkulie was nun?
Die Diagnose stellt betroffene Personen vor viele Fragen. Wichtig ist es das Kind bestmöglich zu unterstützen. Dies ist einerseits durch ein spezifisches Legasthenie- und/oder Dyskalkulie-Training möglich. Hier sind die Trainingsmöglichkeiten sehr vielseitig und erfolgsversprechend. 
Andererseits ist es auch wichtig das Kind in der Schule zu unterstützen und den Leistungsdruck zu verringern. Dazu hat das Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit der Schulpsychologie einen Leitfaden für die Unterstützung in der Schule herausgegeben, den Lehrkräfte umsetzen sollen. Welche Maßnahmen daraus für das betroffene Kind sinnvoll sind und für die Lehrperson im Unterricht umsetzbar ist, sollte in einem persönlichen Gespräch besprochen werden.


Weitere Informationen und Links zum Thema Lernschwierigkeiten