Was bedeutet Legasthenie?
Pädagogische Definition
Betroffene Personen haben eine andere Sinnes- und Sprachwahrnehmung im Gehirn. Dadurch entstehen Schwierigkeiten beim Schreiben und/oder Lesen. Die Schwächen können in der Optik, Akustik und Raumwahrnehmung liegen und je nach betroffener Person sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Beispielsweise kann ein Kind Schwierigkeiten haben aus Wörtern Laute herauszuhören, weil sie vom Gehirn nicht richtig verarbeitet werden. Deshalb werden diese dann in Wörtern ausgelassen. Wiederum anderen Personen fällt es schwer Buchstaben nach ihrem Aussehen zu unterscheiden. Daher kommt es häufig zu den Verwechslungen von b und d.
Medizinische Definition
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Legasthenie als Lese- und Rechtschreibstörung und hat den Begriff in das Internationale Klassifikationsschema psychischer Störungen (ICD-10) aufgenommen. Gekennzeichnet ist sie durch ausgeprägte und nachhaltige Schwierigkeiten beim Erlernen des Schreibens und/oder Lesens.
Ursachen einer Legasthenie sind keine zu geringe Beschulung, Intelligenzminderung oder neurologische Erkrankung, sondern genetische Faktoren.
Auffälligkeiten beim Lesen
- Verwechslung optisch ähnlicher Buchstaben (b und d
- Auslassen von Buchstaben oder ganzen Wörtern
- Raten von Wörtern
- Schwierigkeiten beim Zusammenschleifen von Buchstaben zu Silben (Phonologischen Bewusstheit)
Auffälligkeiten beim Schreiben
- Buchstaben werden verwechselt oder ausgelassen
- Unterschiedliche Schreibweise von Wörtern
- Orthographische Regeln werden nicht erfasst (schp statt sp)
- Variation der Schriftgröße innerhalb eines Wortes oder Textes